Wer fotografieren lernen möchte, sucht sich ganz von selbst Informationen, Hilfe, Anregungen und vor allem Gelegenheiten zum Üben. Und genau so ist’s auch richtig: neugierig sein, sich inspirieren lassen und dann einfach die Kamera in die Hand nehmen und machen, fotografieren!

In meinen Anfänger-Workshops erkläre und zeige ich, wie digitale Kameras funktionieren und wie sie zu bedienen sind. Das nimmt aber einen eher kleinen Teil der Zeit ein. Viel wichtiger in den Fotokursen für Anfänger (und dann auch in allen anderen Themen-Workshops) ist nämlich die Praxis. Nur durch’s fotografieren wird das Zusammenspiel von Blende, Zeit und Empfindlichkeit verständlich. Und durch immer wieder experimentieren und probieren entwickeln sich Gefühl und Sicherheit für Einsatz und Zusammenwirken von Brennweiten, Blenden, Distanzen, Perspektiven … Unter der Überschrift Fotografieren lernen: Tipps & Anregungen habe ich drei Bücher bzw. Sammlungen für euch gelesen und ausprobiert:

 

Gute (und günstige) Tipps & Anregungen

für spannende Foto-Projekte mit Mega-Lern-Effekten und Spaß ohne Ende bringen euch zum Beispiel drei „Sammlungen“, die ich hier kurz vorstellen und wirklich „ans Herz“ legen möchte. (Die Links zu den vorgestellten Sammlungen unter den Bildern und im Text sind Affiliate-Links zu Amazon: da könnt ihr gleich mal shoppen gehen.)

be creative! INSPIRACLES – Fotoaufgaben – 56 Inspirationskarten. Lass Dich anregen durch kreative Aufgaben und schule Deinen fotografischen Blick!
Diese Sammlung von 56 Karten (etwas größer als Spielkarten) gibt euch wirklich tolle Ideen für Fotopraxis in jeder Hinsicht. Ihr werdet die technischen Zusammenhänge beim Fotografieren besser verstehen lernen und ihr werdet vor allem auch sehr viel über Bildgestaltung lernen. Da gibt es Karten wie „50 mm.“: die dich anregt, eine ganze Zeit mit nur einer (Fest-)Brennweite zu fotografieren … und so eben euer fotografisches Auge zu schulen. Eine andere Karte sagt euch „Behind.“ und möchte, dass ihr eure Objekte von hinten fotografierst. Auch eine schöne und tatsächlich inspirierende Aufgabe. Andere Karten heißen z.B. „Tele.“ oder „Blue.“ … und haben ebenfalls lehrreiche Herausforderungen für euch bereit.
Auf jeder Inspirationskarte gibt es eben eine Inspiration, Tipps dazu und natürlich auch Beispiele. Abgerundet wird die Sammlung durch „Spickzettel“ zu Blende, Zeit, Empfindlichkeit, zu Hyperfokaldistanz und Fotografen-Weisheiten und noch einmal „10 Tipps für bessere Fotos“. Eine Graukarte ist schließlich auch dabei. Alles gut gemacht, gut verständlich und leicht umzusetzen.
Sehr gelungen, sehr empfehlenswert. Die 50 Inspirationskarten kommen in einer Pappschachtel (8,5 x 12,5 cm) und kosten 14,90 Euro. Ihr könnt sie z.B. gleich hier bestellen: 56 Fotoaufgaben

Fotografieren lernen – Die 25-Tage-Challenge: Ganz einfach bessere Fotos. Fotokarten zum Inspirieren, Nachmachen und Lernen. Mit Fotos von Lars Poeck – bei humboldt
Ebenfalls in „Kartenform“ kommen die 30 Karten der „25-Tage-Challenge“. Jede Karte hat ein Thema, Fotoaufgaben und ein Fazit. Die Karte „Kontraste“ zum Beispiel erklärt zunächst sehr anschaulich, was alles gemeint sein kann (jung/alt, hell/dunkel, scharf/unscharf oder auch arm/reich) und führt dann mit Fragen dazu, Kontraste zu finden und zu fotografieren. Die zu den Beisielfotos angegebenen Kameraeinstellungen können euch helfen (sind aber natürlich nicht 1:1 zu übernehmen). „Erzähle eine Geschichte“ fordert euch eine andere Karte auf … und führt euch so mittenrein in eine ganz wichtige Ecke der Fotografie. Beim Storytelling mit der Kamera geht es (wie sonst auch) um Ideen und Umsetzungen, nicht so sehr um die Technik. Andere Themen sind z.B. „In den Vordergrund“, „Abstraktion“ oder auch „Alles so schön bunt hier“ … Das gefällt mir sehr: denn gute Bildideen und kreative Bildgestaltung sind es am Ende, die die besseren Fotos ergeben. Lasst euch also anregen und anleiten von dieser wirklich interessanten und hilfreichen Aufgaben-Sammlung.
Fotografieren lernen: 30 stabile Karten im Format 16 x 10,5 cm, zusammengehalten von einer Buchschraube kosten 14,99 Euro.

Fotografieren für Einsteiger. Alles zu Technik und Praxis. Einfach richtig gut fotografieren. Von Kyra Sänger und Christian Sänger – bei Vierfarben.
Hier haben wir es mit einem ganzen Buch voller Wissen und Praxis zu tun. In sieben Kapiteln geht es ums „Kamera verstehen“, „Schärfe und Unschärfe gekonnt anwenden“, „Richtig gut fotografieren“, auch „Bilder nachbearbeiten“ und mehr. In jedem Kapitel wird in verschiedenen Abschnitten Wissen vermittelt, sehr gut erklärt und mit vielen Beispielfotos versehen. Im Anschluß gibt es jeweils Praxis: Übungen zu den gerade erklärten Themen. Im Kapitel „Objektive einsetzen“ werden zum Beispiel erst die verschiedenen Objektivarten und Brennweiten gezeigt und erklärt. Im Abschnitt „Praxis“ geht es dann daran, die verschiedenen Brennweiten auszuprobieren: Ganz so, wie ich das auch in den Fotokursen für Anfänger mache. Es wird ein Motiv mit verschiedenen Brennweiten in gleicher Größe (also zunehmendem Abstand zum Motiv) fotografiert. So könnt ihr sehr gut die Abbildungscharakteristiken der verschiedenen Brennweiten erkennen. Und es gibt gleich auch nocht eine zweite Praxisübung zum Thema; hier geht es z.B. um „Schönes Porträt gestalten“. Das ist durchweg sehr alltagstauglich, denn es werden genau die Fragen gestellt und beantwortet, die Anfänger und Einsteiger so haben.
Also: es gibt viel wertvolles Wissen und es werden wichtige Zusammenhänge hergestellt. Und es gibt viele, viele Übungen, die jede/r leicht nachmachen kann. Das ist sehr gut so! Deswegen: unbedingte Empfehlung.
Fotografieren für Einsteiger: 206 Seiten, 19,5 x 25,5 cm im Hardcover kosten 16,90 Euro.

Fotoschule Hannover

Und jetzt ran: an die Praxis!

Die Erklärungen und Anregungen in den drei vorgestellten Sammlungen rund ums Thema „Fotografieren lernen; Tipps & Anregungen” sind natürlich nicht wirklich neu oder exklusiv. Manches wird du schon kennen; erst recht, wenn du schon einmal einen Fotokurs bei mir mitgemacht hast. Alle drei Sammlungen geben aber (auf eine je eigene, interessante Art) wirklich gute Inspirationen und Tipps für eine Fotopraxis, die dich gut motiviert und dann auch wirklich weiter bringt. Lies hierzu auch meinen Blogpost Viel hilft viel.

Und natürlich: freue ich mich auf dich in meinen Fortgeschrittenen- und Themen-Workshops.