Smartphone-Apps für die Fotografie:
4 Apps, die dir & deiner Kamera helfen können
Die hier vorgestellten Apps machen aus deinem Smartphone so eine Art „Mini-Assistenten“ für deine Digitalkamera. Es geht also nicht „Smartphone statt Kamera“ oder Smartphone-Kamera-Apps, sondern darum, dass das Smartphone dir dabei helfen kann, deine Kamera besser zu verstehen, Licht besser einzuschätzen und Shootings sauberer zu planen. Das ist ja genau unser Ziel: weniger Rätselraten und Zufalls-Ergebnisse, mehr bewußte und erfolgreiche Fotopraxis.
Nach einigem Probieren und „Spielen“ mit den Apps wirst du besser verstehen, was beim Fotografieren passiert und was deine Einstellungen bewirken … und dann brauchst du die Apps tatsächlich nur noch gelegentlich bzw. für Aufgaben, die deine Kamera nicht übernehmen kann.
PhotoPills
Der Planungs-Goldstandard für draußen (iOS/Android)
Wenn du Landschaft, City, Architektur, Nacht, Astro oder „Sonne genau hinterm Kirchturm”-Fotos liebst, ist PhotoPills fast schon unfair hilfreich. Es ist eine der bekanntesten Planungs-Apps für Licht, Sonnen- und Mondstände und Timing.
Wichtigste Funktionen
Augmented Reality (AR): Du hältst das Handy hoch und siehst, wo Sonne, Mond und Milchstraße zu einem bestimmten Zeitpunkt stehen werden.
Planer / Ephemeriden: Zeiten & Richtungen für Sonnenauf- bzw. -untergang, Mond, Blaue Stunde, Goldene Stunde, Dämmerung, Nacht – auch sehr praktisch beim Location-Scouting.
Points of Interest: Eigene Spots speichern (mit Notizen/Fotos) – perfekt, wenn du dir Locations „auf Halde“ legen und für später merken möchtest.
Vorteile für deine Fotografie mit der Kamera
Du kommst mit Plan an, statt mit „mal schauen, was passiert”. Das ist natürlich besonders wichtig, wenn du länger anreist oder ganz bestimmte Konstellationen haben möchtest. Und du verstehst Licht als Richtung + Zeit – so ergeben plötzlich viele Kamera-Entscheidungen (Belichtung, Silhouetten, Gegenlicht) viel mehr Sinn.
Download:
iOS: https://apps.apple.com/app/photopills/id596026805
Android: https://play.google.com/store/apps/details?id=com.photopills.android.photopills
LightSpectrumPro EVO
Farbtemperatur & Lichtspektrum messen (iOS)
Das ist die App für alle, die sich schon mal gefragt haben: „Warum sieht das Licht hier gerade irgendwie grünlich/kalt/komisch aus?“ LightSpectrumPro EVO kann die Farbtemperatur messen und sogar ein (vereinfachtes) Spektrum anzeigen.
Wichtige Funktionen
Farbtemperatur in Kelvin messen (z.B. LED vs. Tageslicht vs. Glühlampe: probier das unbedingt mal aus).
Spektrum-Ansicht über einen Wellenlängenbereich (als Orientierung, spannend bei LEDs).
Herstellerangabe: Abweichung im Bereich einiger Prozent gegenüber Profi-Geräten (als grobe Orientierung okay – ersetzt kein High-End-Messgerät).
Vorteile für deine Kamera-Fotografie
Du triffst bessere Weißabgleich-Entscheidungen (Farbtemperatur in Grad Kelvin manuell einstellen statt die Automatik raten lassen). „Problemlicht“ (z.B. komische LED-Mischungen oder Kunst- und Tageslicht in einem Foto) erkennst du früher – und kannst also gegensteuern (Farbtemperatur anpassen, Licht wechseln, Gel-Folien, andere Position etc.).
Download:
iOS: https://apps.apple.com/app/lightspectrumpro-evo/id1458075788
Lux Light Meter Pro
Licht- & Belichtungsmessung in der Hosentasche (iOS)
Ein Lux-/Belichtungsmesser am Handy ist super, wenn du noch manueller fotografieren willst (oder einfach verstehen möchtest, wie hell es eigentlich wirklich ist). Lux Light Meter Pro beschreibt sich als 2-in-1 Licht- und Belichtungsmesser.
Wichtige Funktionen
Lichtstärke in Lux messen (z.B. „Reicht das Licht hier für’s Portrait ohne zu hohe Empfindlichkeit?”).
Belichtungsmesser-Funktion (Exposure Meter) mit anpassbaren Einstellungen. – Ich nutze ihn ab und zu, um die „Angaben“ der Belichtungsmesser meiner alten analogen Kameras zu überprüfen.
Sehr nützlich für deine Kamera-Fotografie
Du bekommst ein Gefühl dafür, wann deine Kamera (oder du) mit Blende – Zeit – Empfindlichkeit an Grenzen stößt. Gerade im Studio/Indoor hilft sie beim Licht-Setup: „Ist das Dauerlicht in der Softbox wirklich stärker als das Fensterlicht?” (manchmal nicht).
Spiele ruhig einmal herum mit dieser App. Sie zeigt dir sehr schön direkt und anschaulich, wie Blende, Verschlußzeit und Empfindlichkeit im Belichtungsdreieck zusammenarbeiten. Und sie zeigt dir bei Bedarf auch die Lichtwerte (lies hierzu auch den Blogpost Was ist ein „Lichtwert“?) für die Szene vor deiner Kamera an. Das alles hilft echt gut dabei, die Belichtungseinstellungen zu verstehen.
Kleiner Praxis-Tipp: Solche Smartphone-Licht- bzw. Belichtungsmesser sind je nach Gerät/Sensor unterschiedlich genau. Aber zum Lernen, Vergleichen und Einschätzen sind sie oft ziemlich nützlich.
Download:
iOS: https://apps.apple.com/app/lux-light-meter-pro/id1292596866
Simple DoF Calculator
Schärfentiefe sehen und verstehen (statt nur zu hoffen oder zu raten) (iOS)
Schärfentiefe (DoF = Depth of Field) ist eines der wichtigsten Gestaltungsmittel in der Fotografie – und gleichzeitig eine der größten Berunsicherungs-Quellen in Sachen „Warum ist der Hintergrund nicht so schön unscharf?!“ Simple DoF Calculator ist genau dafür gebaut: Schärfentiefe und Hyperfokaldistanz zu berechnen – live, während du Kamera-Einstellungen und -Position änderst.
Wichtige Funktionen
Berechnet vordere Schärfe / hintere Schärfe/ totale Schärfentiefe (wie viel vorne/hinten scharf wirkt).
Hyperfokale Distanz (super für Landschaft/Street, wenn „alles möglichst scharf“ sein soll).
Einstellbare Parameter: Kamera/Sensor, Blende, Brennweite, Fokusdistanz.
Vorteile für deine Fotografie
Du verstehst endlich, dass Abstand oft wichtiger ist als eine „noch offenere Blende“. Und du kannst gezielt planen: Portrait bei 85 mm und f/1.8 bei 50 oder 60 cm Abstand – wie gering ist die Schärfentiefe wirklich? (Aha-Momente garantiert.)
Zum Thema Schärfentiefe lies unbedingt auch diese drei ausführlichen Blogposts Schärfentiefe, Die Magie der Schärfentiefe und Schärfentiefe berechnen!
Download:
iOS: https://apps.apple.com/app/simple-dof-calculator/id454859334
Fazit: Technik verstehen entspannt enorm
Diese Apps machen deine Fotografie nicht komplizierter und auch nicht besser – aber sie machen dein Verständnis und Handeln klarer. Sie helfen dir, Zusammenhänge zu erkennen, Entscheidungen zu treffen und am Ende mit besseren Fotos nach Hause zu kommen. Also: Probier sie mal aus und sieh selbst, wie hilfreich diese Smartogone-Apps für die Fotografie sein können.












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