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Schärfentiefe (III)

Und noch einmal ganz „unmagisch“: 
Schärfentiefe berechnen und grafisch darstellen

Nach den Erklärungen und Illustrationen zum Thema Schärfentiefe in Teil 1 (Schärfentiefe) und Teil 2 (Die Magie der Schärfentiefe) meiner Blogpost-Reihe möchte ich euch hier noch kurz hinweisen auf die Möglichkeit, Schärfentiefe berechnen und grafisch darstellen lassen zu können.

Wie viel oder wenig Schärfentiefe bei verschiedenen Kombinationen aus Brennweite, Blendenzahl, Entfernung zum Motiv entstehet, können wir uns nämlich von DoF-Rechnern (DoF = Depth of Field) „exakt“ bestimmen lassen. – Auf die Art des Bokehs könnt ihr, wie gesagt, auch noch Einfluß nehmen, indem ihr den Hintergrund mehr oder weniger weit entfernt von eurem Motiv.

Die Smartphone-App PhotoPills z.B. enthält so einen DoF-Rechner. Schaut euch mal die Screenshots von Schrärfentiefe-Berechnungen von PhotoPills bzw. die Kurvendiagramme zu den Abhängigkeiten von Blende, Brennweite und Abstand an. Dann wisst mal ganz genau, wann ihr wie viel Schärfentiefe wo in euren Fotos bekommt 🙂

Im Dof-Rechner gebt ihr also immer die drei Parameter an, über die wir die ganze Zeit schon reden: Blende, Brennweite und Abstand. Und weil auch die Sensorgröße Einfluß auf die tatsächliche Schärfentiefe hat, müsst ihr zudem euer Kameramodell auswählen. (Weil das aber ja nichts am „Prinzip“, dass Blende, Brennweite und Abstand die Schärfentiefe steuern ändert: lassen wir diesen Aspekt einfach außen vor.)

Klassische DoF
Schärfentiefe verstehen
Distel – 56 mm, f/2.8, 1/100, ~0,5 m
PhotoPills
DoF-Rechner
Schärfentiefe berechnen

Klickt mal auf die Screenshots: dann könnt ihr sie größer sehen und gut lesen. Ich habe die Schärfentiefe für drei verschiedene Brennweiten berechnen lassen. Grafiken und Tabellen bereiten die Angaben jeweils unterschiedlich auf.

 

Die gute Nachricht zum Schluß

Ihr werdet durch viel, viel Praxis und Übung mit euren Kameras und Objektiven sehr bald ein wirklich gutes, direktes „Gefühl“ dafür bekommen, wie sich eure Einstellungen auf Schärfentiefe und Bildlook auswirken. Und dann könnt ihr – ganz ohne langes Überlegen und natürlich auch ohne DoF-Rechner – intuitiv, routiniert und „treffsicher“ die „Magie der Schärfentiefe“ nutzen und richtig tolle Fotos machen!

 

Foto-Aufgaben

A propos „Übung“: ich hätte da noch ein paar einfache, aber effektive Aufgaben für euch. Wenn ihr die einmal nach-fotografiert, werdet ihr schnell und direkt sehen, wie sich die verschiedenen Kameraeinstellungen und Bildkompositionen auf den „Look“ auswirken. Also los!

  • Foto 1: Fotografiert das Porträt einer Blume aus geringer Entfernung mit Blende f/2.8 (bzw. eurer größtmöglichen Blendenöffnung), das den Hintergrund unscharf erscheinen lässt.
  • Foto 2: Macht dasselbe Foto mit f/16, bei dem sowohl die Blume als auch der Hintergrund scharf sind.
  • Foto 3: Fotografiert ein Porträt (von Kopf bis Bauch, ohne viel Luft über dem Kopf) mit 24 mm Brennweite, bei dem sowohl das Motiv als auch der Hintergrund relativ scharf sind.
  • Foto 4: Macht dasselbe Porträt (Person an gleicher Stelle und gleich groß im Bild: dann aus größerer Entfernung) mit 200 mm Brennweite, bei dem der Hintergrund deutlich unschärfer erscheint. Die Blende ist jeweils so weit geöffnet, wie es euer Objektiv kann.
  • Foto 5: Macht eine Nahaufnahme einer Blume aus kurzer Distanz, bei der dann nur ein kleiner Bereich der Blume scharf ist.
  • Foto 6: Fotografiert dieselbe Blume aus größerer Distanz, dann werden ein größerer Bereich der Blume und der Hintergrund scharf.
Schärfentiefe minimal: Makrofoto – 35 mm, f/2, 1/1900, ~0,01 m

Hier seht ihr eine Makro-Aufnahme „aus der Hand“ gemacht: das wird draußen, bei Wind und Wetter oft nichts 🙁

Fototrainer Thomas Kupas

Über den Autor

Thomas Kupas ist ausgebildeter Fotodesigner, leidenschaftlicher Fotograf und seit mehr als zehn Jahren auch erfahrener und engagierter Fototrainer in seiner Fotoschule Hannover.
Außerdem schreibt er in seinem Blog über Fotografie, Fototechnik, Bildgestaltung und das Fotografierenlernen und er betreibt den Podcast Abenteuer Fotografie – Der Podcast für Fotomenschen und Fotopraxis.

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