High Key- und Low Key-Fotografie

Fotos überwiegend hell zu gestalten … oder überwiegend dunkel: ist eine gern und oft eingesetzte Möglichkeit der Bildgestaltung. Wer sie noch nicht kennt und/oder selbst schon einmal ausprobiert und eingesetzt hat, sollte unbedingt ran an diese Themen und Techniken. High Key- und Low Key-Fotografie ist nicht kompliziert oder schwer einzusetzen. Im Gegenteil: wir können mit ihnen relativ einfach und leicht tolle Fotos machen.

 

High Key-Fotografie

… meint, dass Fotos eher mit hellen Inhalten und mit wenig Kontrasten – und vielleicht mit einer leichten Überbelichtung – aufgenommen werden. Vor hellem (weißen) Hintergrund und mit gleichmäßig-weißer, schattenfreier Ausleuchtung entstehen so leichte, luftige, freundliche Bilder. Ich zeige euch unten zwei „gute“ Beispiele – eines aus der Portraitfotografie, eines aus den Food-Fotografie – und ein „schlechtes“, in dem Motiv und Licht nicht zueinander passen.

Das Foto mit Jasmin würde aufgenommen vor einem riesigen Reflexschirm mit Diffusortuch, in dem ein „kleiner“ Blitz mit wenig Leistung steckt und einem „normalen“ Studioblitz in eine Softbox von vorn. So ein einfacher Aufbau ist eigentlich überall möglich. Alternativ zum Reflexschirm hinter dem Motiv könnt ihr auch einfache eine weiße Wand noch heller blitzen … oder euer Motiv vor einem großen, hellen Fenster platzieren: und etwas überstrahlen lassen. Eine Aufhellung von vorn mit Lichtquelle oder Reflektor mit das Motiv gut sichtbar.

Das Sorbet im Glas ist mit ähnlicher, aber noch einfacherer Technik entstanden. Da hat nur eine kleiner Systemblitz indirekt in eine nahe weiße Wand geblitzt und einfach viel Licht auf und um das Motiv gebracht.

Für Nadine dagegen funktioniert die für Jasmin perfekte Lichtsetzung nicht so gut: ihre dunklen Haare und das dunkle Top passen gar nicht zum High Key-Licht.

High Key-Portrait
High Key-Produkt
High Key-Portrait

Low Key-Fotografie

Nadine war nämlich für ein Low Key-Licht gestylt: vor dunklem Hintergrund und mit seitlichem Licht bekommen wir ein dunkles, kontrastreiches und ein wenig geheimnisvolles Foto. – Die Kamera würde die Belichtung in dieser Situation eher „hochziehen“; hier wäre also etwas unterzubelichten … oder ein Anwendungsfall für die „Spotmessung“.

Noch mehr „Geheimnis“ entsteht, wenn das Licht weiter von hinten kommt und nur mehr Kanten und Konturen des Motivs beleuchtet. Hier ist viel Raum für Varianten und Experimente. Ihr könnt euer Licht um das Model/Motiv herum bewegen … oder euer Motiv so drehen und wenden, dass immer andere Seiten sichtbar werden.

High Key- und Low Key-Fotografie
Low Key farbig
Histogramm Jasmin

Histogramm zum High Key-Foto mit Jasmin oben: Tonwerte überwiegend rechts, in den Lichtern.

Histogramm zum Low Key-Foto mit Nadine: Tonwerte überwiegend links, in den Tiefen.

Histogramm

Schaut euch zu euren High Key- und Low Key-Fotos auch unbedingt einmal die Histogramme an. Sie zeigen euch sehr anschaulich „Gewicht“ und Verteilung der Tonwerte entsprechend nach rechts in die Lichter bzw. nach links in die Tiefen.

 

High Key & Low Key praktisch

können üben und probieren könnt ihr in meinem gleichnamigen Workshop! Dort bauen wir verschiedene Sets auf und probieren die Wirkung der unterschiedlichen Lichtsetzungen ganz praktisch mit einem Model – und natürlich auch mit anderen Motiven – aus. Das lernt am meisten und macht euch fit in diesen wichtigen Bildgestaltungsmöglichkeiten.

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