Die ISO-Automatik zu nutzen: ist völlig okay!

Die Empfindlichkeitseinstellung ist ein „sensibles“ und für Anfänger auch erst einmal schwieriges Thema. Es heißt immer, der ISO-Wert soll so klein wie möglich bleiben. ISO 100 ist optimal und macht die beste Bildqualität. Ja, das stimmt. – Und dann kommt eben die Frage, warum und wann (und auf welchen anderen Wert) die Empfindlichkeit eigentlich verändert werden soll. Das ist schließlich doch ganz leicht zu beantworten … und die ISO-Automatik hilft euch sogar dabei, die Zusammenhänge zu verstehen.

Im Zusammenspiel der Einstellungen von Blende, Verschlusszeit und Empfindlichkeit – im berühmten „Belichtungsdreieck“ – sorgen wir für eine korrekte Belichtung unserer Fotos. Das ist unkompliziert, wenn genug Licht da ist: wir können ISO 100 setzen, die Blende entsprechend unseren Schärfentiefewünschen einstellen und mit einer passenden (schnellen) Verschlusszeit unser Foto richtig belichten.

Wenn wir (viel) weniger Licht haben und/oder eine kleinere Blende (für mehr Schärfentiefe) nutzen möchten, bleibt uns nichts anderes übrig, als die Empfindlichkeit zu erhöhen. Immer so weit, dass wir bei der Blendenzahl unserer Wahl (oder des Limits unseres Objektivs) noch Belichtungszeiten bekommen, die wir halten können (und nicht etwa verwackeln). Das ist echt: ganz einfach. Wir können die Empfindlichkeit schrittweise so lange erhöhen, bis die Belichtungszeit so ist, dass unser Foto gut belichtet und scharf wird.

Konkret. Ein Beispiel. Euer Objektiv erlaubt/kann bei 50 mm Brennweite einen Blendenwert f/5.6. Der Belichtungsmesser (oder die Halbautomatik) möchte bei ISO 100 aber für die gegebene Situation eine Belichtungszeit von 1/30 Sekunde für eine korrekte Belichtung. Die halten wir nicht, das verwackelt. Um auf eine 1/60 s zu kommen, verdoppeln wir in dieser Situation einfach die Empfindlichkeit auf ISO 200. Noch sicherer wäre eine Belichtungszeit von 1/125 Sekunde. Diese Zeit bekommen wir dann für eine korrekte Belichtung, wenn wir ISO 400 einstellen. Mitgedacht/eingestellt/ausgelöst: & das Bild ist gut im Kasten!

Die ISO-Automatik nimmt uns diese Einstellungs-Überlegungen und -Schritte im Alltag ab. Sie arbeitet für uns und für die jeweils beste Bildqualität. Denn sie stellt die Empfindlichkeit immer auf den kleinsten Wert ein, der bei gegebener Blendenzahl für eine „brauchbare“ Verschlusszeit sorgt. Das ist toll! Lasst euch also gern unterstützen von der ISO-Automatik. Und nutzt sie dann immer bewußt und unter eurer Kontrolle.

ISO-Automatik

ISO-Auto-Einstellungen

Die ISO-Automatik könnt ihr bei den meisten Kameras übrigens „konfigurieren“: ihr könnt eine Standard-Empfindlichkeit, eine maximale Empfindlichkeit (z.B. ISO 12800) und eine Mindest-Verschlusszeit (z.B. 1/100 Sekunde) vorgeben. Das ist dann der Einstellungsbereich, in dem die Automatik arbeiten darf. Anhand der Werte, die eure Kamera einstellt (und die ihr vorm Auslösen kurz im Sucher checkt), könnt ihr in jeder Aufnahmesituation abschätzen, wie eure Fotos ausfallen und/oder an welchen Ecken es Probleme (Rauschen) geben könnte … Das ist gut. Und sehr alltagstauglich. ISO-Auto ist echt nützlich, wenn ihr ständig wechselnde Licht-Situationen habt. Bei der Arbeit im Studio hingegen stellt ihr einen fixen ISO-Wert ein.

Zu den Themen „richtige Belichtung“, „Belichtungsdreieck“, Kameraeinstellungen … erkläre und zeige ich alles Wichtige in meinen Fotokursen für Anfänger. Und natürlich üben wir diese Dinge dort auch ganz praktisch!

Wer das mit der Blichtung – also der Zusammearbeit von Blende, Zeit und Empfindlichkeit – mal ganz genau nachlesen bekommen möchte, findet bei Wikipedia einen guten und ausführlichen Artikel zum Thema!