Neulich haben wir ein exklusives Einzelcoaching mit der Frage begonnen: Welche Kamera kaufen? – Dieser Einstieg war bewußt und gut gewählt, denn eine Neu-Anschaffung sollte es zuerst geben … und dann das Training auf das neue System und Modell.
Im folgenden Beitrag möchte ich mit euch ein paar grundlegende Gedanken zum Thema Kamerakauf teilen. Und so auch euch dabei helfen, diese Frage für euch zu beantworten, wenn ihr sie euch denn gerade selbst stellt.
Ich beschränke mich bei meinen exemplarischen Vorstellungen und Empfehlungen auf Kameras für Anfänger:innen bzw. Um- und Aufsteiger, die inklusive Objektiv für maximal 2.000 Euro zu haben sind. Und die es von Konzept und „Ökosystem“ her erlauben, technisch und gestalterisch anspruchsvolle Ergebnisse zu liefern.
Es gibt keine vollständige Marktübersicht oder detaillierte Preis-/Leistungs-Vergleiche, sondern konkrete Hinweise auf Modelle, die ich selbst schon einmal in der Hand hatte und (aus zu benennenden Gründen) für gut und eben empfehlenswert halte.
Nicht sprechen werde ich über Spiegelreflex-Kameras für Einsteiger (veraltetes Konzept, technisch nicht „auf der Höhe“), über Bridge- und Kompakt-Kameras (beide Bauweisen sind m.E. nur für wenige Fotograf:innen eine richtig Wahl) und ich gehe auch nicht auf Voll- oder Mittelformat-Kameras ein (die sind groß, teuer und/oder schwer und also eher nicht das, was Einsteiger wollen).

Wir bleiben also für’s erste bei der Klasse der Kameras mit APS-C-Sensor. Da gibt es schon viele richtig gute und empfehlenswerte Modelle. In diesem ersten Teil des Beitrags schauen wir zunächst auf ein paar allgemeine bzw. persönliche und sonst technik-unabhängige Kriterien. Konkrete Kamera-Vorstellungen folgen in einem zweiten Teil.

 

Welche Kamera kaufen?
Fünf Schritte zur richtigen Entscheidung.

1. Einsatzbereich(e)

Es gibt nette Menschen, die sagen, ich brauche eine Kamera eigentlich nur im Urlaub. Andere wollen das Aufwachsen ihrer Kinder festhalten, auch das Toben auf dem Spielplatz und die Geburtstagsfeier im November. Wieder andere Leute haben die Portraitfotografie für sich entdeckt … viele wollen stimmungsvolle Landschaftsfotos machen …
Je nach Einsatzbereich(en) und Bildwünschen solltest du bei den in Frage kommenden Kameras auch auf die allgemeine Leistungsfähigkeit (Fokussystem, Serienbildgeschwindigkeit etc. und auch auf Software-Funktionen wie Panorama-Aufnahmen, Doppelbelichtungen, HDR-Aufnahmen, Intervall-Timer, verschiedene Bracketing-Funktionen …) und die Ausbaufähigkeit des Systems (spezielle Objektive) und sonst erhältliches Zubehör achten.

2. persönliche Vorlieben

Eine Kamera für alle Zwecke und alle Geschmäcker gibt es tatsächlich nicht. Es sind immer Anpassungen und Kompromisse in verschiedene Richtungen zu machen.
Wer klein und leicht im Urlaub unterwegs sein möchte, der ist wohl mit einer kompakten Spiegellosen samt Kit-Objektiv passend ausgesattet. Muss aber Abstriche bei Gestaltungsmöglichkeiten und Bildqualität machen; manchmal auch bei der Bedienbarkeit der Kamera.
Wenn du ausdrucksstarke Portraits machen möchtest (wirf hierzu gern mal einen Blick in meine 8 ½ Tipps für bessere Portraitfotos) oder tolle Makrofotos dein Ziel sind, brauchst du jeweils spezielle und gute (und dann auch teurere) Objektive …
Ganz wichtig bei der Entscheidung für ein Kameramodell ist z.B. auch, dass ihr zusammenpasst: dass sie dir gefällt, dass sie dir gut in der Hand liegt, dass du sie verstehst und leicht bedienen kannst. Deswegen: nicht (gleich und nur) nach den „Specs“ im Internet kaufen, sondern verschiedene Kamera-Kandidat:innen im Geschäft oder bei Bekannten ansehen und -fassen …
Es gibt wirklich viele „Pros“ und „Cons“ auf dem Weg zum perfekten System (siehe auch die Punkte 1 und 3–5 🙂 Aber: lass dich davon nicht verwirren oder entmutigen. Wir finden schon „was passendes“.

3. Zubehör und „Ökosysteme“

Egal, wohin deine fotografische Entwicklung später gehen wird: deine Ausrüstung sollte mitgehen – will sagen, sich dieser Entwicklung anpassen – können. Hab’ bei der Entscheidung für einen Hersteller und ein Kamera-Modell schon einmal klar, dass vor allem das Angebot an Objektiven – von guten Festbrennweiten bis Zooms in verschiedenen Qualitäts- und Preisklassen – vollständig ist. Wenn es auch Objektive von Drittanbietern gibt: umso besser! Anderes Zubehör (Blitzgeräte, Stative, Taschen …) gibt es von verschiedensten Herstellern für eigentlich alle Kameratypen.

4. aktuelles Budget und längerfristige Planung

Siehe oben, die Punkte 1, 2 und 3.
Für den Ein- oder Umstieg ist eine „Erstinvestition“ nötig. Und ich würde sogar dazu raten, hier ein paar Tage länger zu sparen und gleich „etwas höher“ ranzugehen. Insbesondere ein gutes Objektiv wird dir von Anfang an Freude machen und einfach bessere Ergebnisse bescheren. Ein Kit-Objektiv für 50 oder 100  Euro Aufpreis auf den Preis für das Kamera-Gehäuse einzeln ist eigentlich nur für den Hersteller gut. (Lies hierzu auch den Blogpost Sind Kit-Objektive brauchbar?) Du wirst das bald selbst sehen an sehr begrenzten Einsatzmöglichkeiten und an mäßiger Bildqualität. (Es sein denn, du willst ausdrücklich klein, leicht und günstig unterwegs sein. Und du kannst dich mit der Leistungsfähigkeit deines Kits begnügen.)
Nein, ein oder zwei gute Festbrennweite(n) oder ein gutes Standardzooom (24–70 mm bei f/2.8 oder mindestens f/4) sind die weitaus bessere Wahl.
Was du später vielleicht noch an Objektiven dazu kaufst, wird sich einfach ergeben aus der Entwicklung deiner Fotografie. Hier gilt: Objektive (und oft auch anderes Equipment) sind länger „aktuell“ als Kamera-Bodys: da kannst du das jetzt angeschaffte Gehäuse gut alle drei oder vier Jahre gegen ein neues, besseres Modell austauschen.

5. Marktübersicht

Und was ist denn nun im Angebot? Welche Kameras und Objektive gibt es wo zu welchen Preisen? Bei diesen Fragen würde ich dazu raten, zunächst einmal auf die Webseiten der wichtigsten Hersteller zu schauen für einen groben Überblick. Da siehst du, welche Kamera-Modelle aktuell angeboten werden … und du kannst sie auch gleich hinsichtlich technischer Daten (z.T. auch Herstellerpreisen) vergleichen. Außerdem bekommst du einen Eindruck davon, in welchem Umfeld (Objektiv- und Zubehör-Angebot, Kameras mit andern Sensorgrößen) sich deine Kandidaten befinden. Sieh dir vor allem diese Seiten an (scrollen nicht vergessen):

Für die Ermittlung von „Straßenpreisen“ kannst du dann ggf. auch bei großen Online-Händlern nachschauen. Übersichtlich, günstig und z.T. mit Filialen vor Ort vertreten sind z.B.

Amazon ist alles andere als übersichtlich, aber vielleicht der richtige & schnellere Händler, wenn du schon genau weißt, was du willst.

Bei meinem Umstieg von Canon- auf Fujifilm-Kameras habe ich das genau so gemacht: eine X-T2 samt Objektiven hatte ich mir für einen Nachmittag ausgeliehen … und nachdem ich in einem tollen Portrait-Shooting ganz begeistert war von der Qualität und Bedienbarkeit des neuen Systems, habe ich das Kameragehäuse und erst einmal die „Brot-und-Butter”-Linse (24–70 mm, f/2.8) bei Amazon bestellt. Später habe ich dann weitere Gehäuse und Objektive auch bei Händlern hier vor Ort gekauft; die Preise dort waren z.T. besser als bei Amazon …

 

„Konkretere“ Empfehlungen auf die Frage Welche Kamera kaufen? gebe ich gern in einem persönlichen Gespräch!

Welche Kamera kaufen?
Kaufberatung Digitalkamera
Welche Kamera kaufen?

Persönliche Kaufberatung Digitalkamera

Wenn du nach all den Überlegungen zum Thema „Welche Kamera kaufen?“ oben gern noch über deine Gedanken und Pro- und Kontra-Argumente diskutieren möchtest, können wir das immer auch persönlich machen. In einer Kaufberatung Digitalkamera reden wir über Wünsche und finden dann Möglichkeiten in einer begleiteten, kommentierten Recherche im Internet. Und ich glaube, das tut einer System- und Kaufentscheidung gut 🙂 Wer mag: bitte Termin verabreden unter 0179 5380490 oder mail@fotoschule-hannover.de

Für die einstündige Kaufberatung Digitalkamera (inklusive Kaffee bei mir im Studio) berechne ich 29 Euro.

Und natürlich: freue ich mich auf dich in meinen Fortgeschrittenen- und Themen-Workshops.